Automotive
- Michael Graef
Die erste Langstreckenfahrt von Bertha Benz muss als eine der bedeutendsten Pioniertaten in der Geschichte des Automobils gewertet werden.


Die englischsprachige Konferenz Vehicle-to-Grid findet 2027 vom 7. bis 8. April in Aachen statt.
The Vehicle-to-Grid conference, held in English, will take place in Aachen from April 7 to 8, 2027.
Zum Thema
Nach fünf erfolgreichen Konferenzjahren befindet sich Vehicle-to-Grid (V2G) an einem entscheidenden Wendepunkt: Die Technologie hat die Pilotphase hinter sich gelassen und tritt schrittweise in die kommerzielle Realität ein. In Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien sind erste Endkundenprodukte bereits auf dem Markt. In Deutschland hat die Reform des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) zu Jahresbeginn 2026 die jahrelange Doppelbelastung durch Netzentgelte beim bidirektionalen Laden beseitigt – und erste Hersteller wie BMW sowie Mercedes-Benz bringen V2G-fähige Gesamtpakete auf den deutschen Markt. Das Feld bewegt sich rasant.
Die Tagung stellt in den Mittelpunkt, was mit heutigen Systemen bereits umgesetzt wird, welche technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen die Skalierung noch bremsen – und wie Interoperabilität, dynamische Tarife sowie die bevorstehende Verpflichtung zum ISO-15118-20-Standard ab 2027 die nächste Entwicklungsstufe prägen werden. Unter dem Namen MB.CHARGE Home bündelt Mercedes-Benz ab 2026 Fahrzeug, bidirektionale DC-Wallbox, Grünstromtarif und Energiemarkt-Anbindung zu einem Gesamtpaket – beginnend mit dem neuen elektrischen GLC, dem CLA und weiteren Modellen, mit The Mobility House als Partner. Reale Erfahrungen aus Projekten wie dem V2G-Carsharing-System in Utrecht oder den ersten integrierten Heimlösungen aus Frankreich zeigen exemplarisch, was europaweit möglich ist.
Die internationale Tagung betrachtet die gesamte Wertschöpfungskette – von OEM-Strategien und Ladeinfrastruktur über Systemintegration und Netze bis hin zu Geschäftsmodellen, Strommarktmechanismen und intelligenten Tarifen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Frage, wie aus technischen Möglichkeiten tragfähige, skalierbare Marktangebote werden.
Zielsetzung
Die Veranstaltung vermittelt den aktuellen Stand in Wirtschaft, Wissenschaft und Technik bezüglich Vehicle-to-Grid, Vehicle-to-Home und Smart Charging. Durch konkrete Praxisbeispiele, Potentialanalysen, und einer Übersicht der absehbaren Entwicklungen der näheren Zukunft können Teilnehmende überprüfen, welche konkreten Schritte in den jeweiligen Unternehmen und Organisationen in nächster Zeit notwendig sind, um in der Elektromobilität eine Vorreiterrolle zu besetzen.
Der Austausch mit Fachleuten und Experten aus den unterschiedlichen Bereichen schafft ein bereitgefächertes Wissen in dem Bereich V2X.
Teilnehmerkreis
Die Veranstaltung richtet sich an Personen in Unternehmen, Verbände, kommunalen Unternehmen, Politik, und Forschungseinrichtungen, welche sich mit der Entwicklung von Ladeinfrastruktur- und Fahrzeugkomponenten und -systemen beschäftigen. Beispiele für solche Organisationen sind Fahrzeughersteller, Hersteller von Ladeinfrastruktur(-komponenten), Ladeinfrastrukturbetreiber, Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerke, Forschungseinrichtungen, Ministerien und Flottenbetreiber.
Die Tagungssprache ist Englisch.
The conference language is English.
Es gelten Sonderkonditionen für Hochschulangehörige und Studierende. Bei der Anmeldung zum Studierendenpreis wird ein Nachweis benötigt (z. B. eine Semesterbescheinigung).
Special rates apply to university staff and students. Proof of student status (e.g., a semester certificate) is required when registering for the student rate.
Vehicle-to-Grid (V2G) oder bidirektionales Laden ist ein innovatives Konzept, bei dem Elektrofahrzeuge nicht nur Energie aus dem Stromnetz laden, sondern auch überschüssige Energie zurück ins Netz einspeisen können. Es ermöglicht eine bi-direktionale Energieübertragung zwischen dem Fahrzeug und dem Stromnetz, was bedeutet, dass das Elektrofahrzeug nicht nur als Energieverbraucher fungiert, sondern auch als Energiequelle.
Die Energietechnik spielt eine entscheidende Rolle beim bidirektionalen Laden. Spezielle Wechselrichter und intelligente Ladesysteme im Elektrofahrzeug ermöglichen es, den Gleichstrom der Fahrzeugbatterie in Wechselstrom umzuwandeln und bidirektional in das Stromnetz einzuspeisen. Diese Technologie ermöglicht es, die Energie sowohl zum Aufladen des Fahrzeugs als auch zur Einspeisung von überschüssigem Strom zurück ins Netz zu nutzen.
Das bidirektionale Laden bietet die Möglichkeit, überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen, wie Wind- und Solarkraft, zu speichern und in den Elektrofahrzeugen zu nutzen. Diese gespeicherte Energie kann dann zu Zeiten mit hohem Strombedarf zurück ins Netz eingespeist werden, was die Netzstabilität verbessert und die Integration erneuerbarer Energien erleichtert.
Beim Aufbau von bidirektionalen Ladesystemen stehen einige technologische Herausforderungen im Vordergrund. Die Integration von intelligenten Lade- und Entladealgorithmen erfordert eine präzise Abstimmung zwischen dem Elektrofahrzeug und dem Stromnetz, um die Netzstabilität zu gewährleisten und potenzielle Überlastungen zu vermeiden. Die Standardisierung von Kommunikationsprotokollen zwischen Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur ist ebenfalls von großer Bedeutung, um eine nahtlose und sichere bidirektionale Energieübertragung zu gewährleisten.
Das Vehicle-to-Grid-Konzept bietet zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten. Fahrzeugbesitzer profitieren von zusätzlichen Einnahmen durch die Einspeisung von überschüssiger Energie ins Netz, während Energieversorger die Netzstabilität verbessern und die Integration erneuerbarer Energien erleichtern können. Darüber hinaus trägt das bidirektionale Laden zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei und fördert eine nachhaltige Energiezukunft, was langfristig der gesamten Gesellschaft zugutekommt.
Die breite Einführung von bidirektionalen Ladesystemen erfordert eine umfassende Infrastrukturänderung. Zusätzliche intelligente Ladesäulen und die Aktualisierung bestehender Stromnetze sind notwendig, um das bidirektionale Laden flächendeckend zu ermöglichen. Die Umsetzung ist in einigen Regionen bereits im Gange, aber es bedarf weiterer Investitionen und Kooperationen zwischen Automobilherstellern, Energieversorgern und Regierungen, um das volle Potenzial des Vehicle-to-Grid-Konzepts auszuschöpfen.
Neben dem reinen Elektrofahrzeugmarkt könnten insbesondere Anwendungsgebiete wie intelligente Gebäude, Mikrogrids und Industrieanlagen von der Implementierung des bidirektionalen Ladens profitieren. Durch die Integration von bidirektionalen Ladesystemen könnten diese Anwendungen ihre Energieeffizienz verbessern, Energiekosten reduzieren und eine nachhaltige Energieversorgung gewährleisten.
Beim bidirektionalen Laden sind mehrere Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Fahrzeugbatterien müssen sicher und zuverlässig sowohl für den Lade- als auch für den Entladevorgang ausgelegt sein. Die Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und der Ladeinfrastruktur muss verschlüsselt und abgesichert sein, um Manipulationen zu verhindern. Auf Netzseite sind Schutzmechanismen erforderlich, um eine Überlastung und Rückeinspeisung in instabile Netze zu verhindern. Die Einhaltung von Sicherheitsnormen und -standards ist daher von entscheidender Bedeutung.
Die rechtliche und regulatorische Situation für das Vehicle-to-Grid-Konzept variiert je nach Land und Region. Es gibt bereits einige Länder, die Vorschriften für das bidirektionale Laden entwickelt haben und Anreize für die Umsetzung bieten
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme