Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager
Bundesweit staatlich anerkannte Fortbildung für Immissionsschutz- und Störfallbeauftragte im Sinne der 5. BImSchV


Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager
Auf der jährlich im HDT durchgeführten Tagung "Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager" erhalten die Teilnehmenden neben Erfahrungsberichten von Werkfeuerwehren aus realen Einsätzen umfangreiche Informationen zum Brandschutz rund um Tanks und Lagereinrichtungen.
So wurde bei den vergangenen Tagungen beispielsweise der Einsatzbericht zur Explosion in der Raffinerie Vohburg oder auch der Tanklagerbrand in Buncefield vorgestellt. Die Einsatztaktik bei der mobilen Brandbekämpfung an Flachbodentanks und deren Auffangräume ist ein ständiges Thema.
Der Brandschutz in Tank- und Gefahrgutlagern gewinnt insbesondere durch die zunehmende Lagerung eines umfangreichen Stoffportfolios immer mehr an Bedeutung. In solchen Anlagen werden häufig brennbare und entzündbare Flüssigkeiten gelagert, deren Verhalten stark vom jeweiligen Flammpunkt abhängt. Bereits geringe Zündquellen können hier zu schwerwiegenden Ereignissen führen, weshalb umfassende Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Ein zentrales Element ist ein ganzheitliches Brandschutzkonzept, das sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen umfasst. Dazu gehört unter anderem die frühzeitige Risikoanalyse durch eine fundierte Gefährdungsbeurteilung, bei der die jeweilige Gefahrenklasse der gelagerten Stoffe berücksichtigt wird. Diese Bewertung orientiert sich häufig an gesetzlichen Vorgaben wie den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), die konkrete Anforderungen an Lagerung, Kennzeichnung und Sicherheitsmaßnahmen stellen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Behältern, in denen die Stoffe gelagert werden. Diese müssen nicht nur gegen Leckagen gesichert sein, sondern auch so konstruiert werden, dass sie im Brandfall kontrolliert reagieren. Ebenso kritisch sind Entleerstellen, an denen Flüssigkeiten umgefüllt werden – hier besteht ein erhöhtes Risiko durch austretende Dämpfe und mögliche Zündquellen.
Zur technischen Ausstattung moderner Anlagen zählen neben stationären Löschanlagen auch mobile Mittel wie Feuerlöscher sowie automatische Zumischsysteme, die Löschschaum exakt dosieren. Ergänzt werden diese Systeme durch innovative Technologien zur Brandfrüherkennung, etwa durch Gas-, Flammen- oder Wärmesensoren, die bereits in der Entstehungsphase eines Brandes reagieren können.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die sichere Inbetriebnahme von Anlagen. Bereits in dieser Phase müssen alle sicherheitsrelevanten Systeme geprüft und dokumentiert werden, um einen störungsfreien und sicheren Betrieb zu gewährleisten. Regelmäßige Wartungen und Schulungen des Personals sind ebenfalls unerlässlich, um im Ernstfall schnell und effektiv reagieren zu können.
Zum Thema
Die Praxis zeigt, dass nur ein Zusammenspiel aus moderner Technik, klaren organisatorischen Abläufen und fundiertem Fachwissen einen wirksamen Schutz gewährleisten kann. Veranstaltungen und Fachseminare – wie sie beispielsweise vom Haus der Technik angeboten werden – vermitteln hierzu aktuelles Wissen und praxisnahe Lösungsansätze für Betreiber von Tank- und Gefahrgutlagern.
Für viele Unternehmen stellt die Auffrischung des Wissens bezüglich der rechtlichen Vorschriften eine besondere Herausforderung dar. Das HDT ist daher auch immer bemüht, einen Rechtsanwalt zu Wort kommen zu lassen, der über die rechtlichen Pflichten in Bezug auf Gefahrgut-Lager bzw. Tanklager aufklärt und Sie auf den neusten Stand bringt.
Sie erhalten einen umfangreichen Einblick in die technischen Regeln für Anlagensicherheit. Eventuelle Neuerungen der Störfall-Verordnung sind auch ständiges Thema, genauso wie Berichte über Schaummittel, Brandschutzsysteme oder die Abschätzung des Ausmaßes und der Schwere von Störfällen. Anschließende Diskussionsrunden bieten die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und Lösungen rund um den Tanklagerschutz gemeinsam zu entwickeln.
Die Veranstaltung richtet sich an alle diejenigen, die in irgendeiner Art und Weise mit der Planung, dem Bau oder dem Betrieb von Tanklägern und anderen Gefahrgutlägern sowie deren Brandschutz befasst sind. Hierbei zielt das Seminar als Informationsveranstaltung auf die Anwendbarkeit praktischer Lösungen für den Betrieb, insbesondere auf die brandschutztechnischen Vorkehrungen an Gefahrgut- und Tanklägern. In der Schulung werden Referenten aus Feuerwehren, Behörden, Ingenieurbüros und Fachfirmen von ihren Erfahrungen berichten und Lösungen aus der Praxis aufzeigen. Es wird ausführlich Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch rund um den betrieblichen Brandschutz geboten.
Zielsetzung
Bei der Tagung "Brandschutz im Tank- und Gefahrgutlager" wird aktuelles Wissen praxisnah dargestellt. Neue rechtliche Grundlagen werden komprimiert erläutert. Teilnehmende bekommen einen Überblick über brandschutztechnische Vorkehrungen an Gefahrgut- und Tanklägern sowie über die Anwendbarkeit praktischer Lösungen. Der Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen, bekannten Referenten, Ausstellern und den Teilnehmenden erleichtert das Netzwerken rund um das Thema Tanklager.
Die Tagung erfüllt die Voraussetzungen der Fortbildung für Brandschutzbeauftragte nach DGUV Information 205-003, vfdb 12-09/01 bzw. VdS 3111 mit 8 Unterrichtseinheiten.
Teilnehmerkreis
Die Tagung richtet sich an Betreiber von Tank- und Gefahrgutlagern, Verantwortliche aus der chemischen Industrie, der Petrochemie und der Mineralölwirtschaft, Leiter bzw. Verantwortliche von Werkfeuerwehren und kommunalen Feuerwehren, Verantwortliche für den betrieblichen Brandschutz, Immissionsschutz- und Störfallbeauftragte, Brandschutzbeauftragte, Projektingenieure, Behördenvertreter, z. B. der Bezirksregierungen, Gewerbeaufsichtsämter und Brandschutzbehörden, Brandschutzprüfer, Brandschutzsachverständige sowie ausführende Fachfirmen, die mit der Planung, dem Bau und/oder dem Betrieb von Tank- und anderen Gefahrgutlägern sowie deren Brandschutz befasst sind.
Programm
Referenten
Dräger Safety AG & Co. KGaA | Krefeld
Berufliche Erfahrung in der Mineralölindustrie
- 2 Jahre als Coordinator Shutdown Safety Services mit der operativen Gesamtverantwortung bei Anlagenrevisionen, Shutdowns und Turnarounds im chemischen und petrochemischen Umfeld.
- 2 Jahre als Projektleiter für den Bereich Arbeitssicherheit bei Anlagenrevisionen, Shutdowns und Turnarounds im chemischen und petrochemischen Umfeld
- M. Sc., ARU Ingenieurgesellschaft mbH | Lingen
- Leiter des Bereichs Explosionsschutz
- Studium im Maschinenbau
- Über 2 Jahre beratende Dienstleitung von Unternehmen diverser
- Industriebranchen• Zur Prüfung befähigte Person nach §15 Anhang 2 Abschnitt 3 Nr. 3.3 BetrSichV
- Fachmanager Explosionsschutz (Zertifizierung von Dyrba Explosionsschutz
- Bildung und Beratung)
- Referent bei der Umweltakademie Fresenius, VGBE, HDT
ARU Ingenieurgesellschaft mbH, Lingen
Inhaber der ARU Ingenieurgesellschaft mbH
(www.aru-gmbh.de)
Bekanntgegebener Sachverständiger gemäß § 29b BImSchG
Studium Versorgungstechnik
> 15 Jahre Erfahrung in der Mineralölindustrie davon:
5 Jahre als Störfallbeauftragter in einer Raffinerie
8 Jahre als externer Ingenieurdienstleister im Bereich der
Erstellung der notwendigen Dokumentation gemäß
StörfallV und dem Explosionsschutz
12 Jahre als Sachverständiger gemäß § 29b BImSchG zur
Prüfung der Dokumentation gemäß StörfallV sowie
der Erstellung von sogenannten Abstandsgutachten
gemäß § 50 BImSchG i.V. m. dem Leitfaden
KAS-18
6 Jahre als Zertifizierter Sachverständiger für den
vorbeugenden Brandschutz
- Studium der Rechtswissenschaft in Bochum
- Erfolgreicher Abschluss der beiden Staatsexamina und Zulassung zur Anwaltschaft durch das OLG Hamm in 1996.
- Seit dem Einzelanwalt im Bereich Straf- und Haftungsrecht.
- Ab 2005 ehrenamtliche Tätigkeit im VDI, dort im Bereich FM (Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen)
- Mitarbeit/Leitung diverser Richtlinienausschüsse
- Stv. Vorsitzender des Fachbeirat FM
- Mitglied im Vorstand der VDI Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik
- Ab Oktober 2023 Lehrbeauftragter der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen
- Rechtsanwalt - Fachbuchautor - Berater - Dozent
H&R Chemisch-Pharmazeutische Spezialitäten GmbH | Salzbergen (Emsland, Nds), Leiter der Werkfeuerwehr, Brandschutzbeauftragter
- Studium der technischen Betriebswirtschaft an der FH Osnabrück,
Abschluss: Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) - Ausbildung zum Verbandsführer (F6)
- Ausbildung zum Leiter einer Feuerwehr
- Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten vfdb und Brandschutzmanager HdT
- Seit 15 Jahren Leiter der nebenberuflichen Werkfeuerwehr mit Zuständigkeit für 5 Betriebe in dem Industriepark
- Brandschutzbeauftragter der diversen Unternehmen am Standort
- Stv. Vorsitzender des Werkfeuerwehrverbandes Niedersachen
- Mitglied in der Prüfungskommission am NLBK für Lehrgänge zum betrieblichen Brandschutz
- Stv. Vorsitzender des LFV-FA Ausbildung
- Mitglied im VCI-AK Notfallmanagement
Head of Environmental Consulting & Approvals, Rhenus Warehousing Solutions SE & Co. KG | Hamburg
Beruflicher Werdegang:- bis 2016: Tätigkeiten in verschiedenen Funktionen in der chemischen Industrie, insbesondere im Umfeld von Gefahrstoffen, Anlagensicherheit und HSSE
- seit 2016: Rhenus Gruppe
- Senior Expert Chemicals and HSSE• seit 2022: Leitung Environmental Consulting & Approvals
Ingenieurbüro WeBUS GmbH & Co. KG, Lingen
- Inhaber des Ingenieurbüros WeBUS GmbH & Co. KG Brandschutz, Umweltschutz, Sicherheit (http://www.ing-webus.de)
- Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz
- Ausbildung zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst
- Studium Versorgungstechnik
- 30 Jahre Erfahrung in der Mineralölindustrie davon:
- 16 Jahre Leiter einer hauptberuflichen Werkfeuerwehr
- 12 Jahre Bereichsleiter HSSEQ und Mitglied im Managementteam einer Raffinerie
- Langjähriges Mitglied in der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) und Obmann im DGMK „Fachausschuss Prozesssicherheit und Umwelt“
Kümmerlein Rechtsanwälte & Notare, Essen
Michael Neupert ist seit 2007 Rechtsanwalt. Er hat seine juristische Ausbildung nach dem Studium in Bochum an zwei öffentlichrechtlichen Lehrstühlen auf Verfassungs- und Verwaltungsrecht konzentriert. Wissenschaftlich hat er sich besonders damit beschäftigt, wie juristisches Argumentieren funktioniert. Vor und während des Studiums hat Michael Neupert jahrelang als Rettungssanitäter gearbeitet und in existentiellen Situationen die Fähigkeit erworben, in kritischen Momenten überlegt zu handeln und sich rasch auf unterschiedlichste Menschen einzustellen.
Michael Neupert unterstützt Unternehmen, wenn staatliche Bestimmungen zu wesentlichen Auswirkungen auf den Betrieb zu führen drohen – etwa bei Unfällen, Produktzulassungen, Umweltdelikten oder der Einstufung von Restmaterialien als Abfall. Er hat Erfahrung mit verschiedenen Bereichen des Verwaltungsrechts und Branchen gesammelt, unter anderem Gesundheitswesen, Rohstoffgewinnung, Recycling, Denkmalschutz, Pipelinetechnik und Automobilkomponenten.
Hinweise
- Die Tagung ist bundesweit staatlich anerkannt als Fortbildungslehrgang für Immissionsschutz- und Störfallbeauftragte im Sinne der 5. BlmSchV. Die Tagung gilt zudem auch als Fortbildung für Brandschutzbeauftragte (8 UE) gemäß vfdb-Richtlinie 12-09-01, DGUV Information 205-003 und VdS 3111.
- Ein wichtiger Hinweis für Onlineteilnehmer: Bitte beachten Sie, dass Sie bei einer Onlineteilnahme an einer staatlich anerkannten Veranstaltung über die Kamera Ihres Endgerätes während aller Vorträge sichtbar sein müssen. Nur so können wir Ihre Teilnahme an der Veranstaltung bestätigen.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Do. 25.06.2026, 17:00 Uhr
Hollestr. 1
45127 Essen
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Kai Brommann
K.Brommann@hdt.de
+49 201 1803-251
