
Asset Lifecycle Information Management (ALCIM)
Die Digitalisierung der Prozessindustrie stellt Unternehmen vor die Herausforderung, Informationen über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage konsistent, aktuell und systemübergreifend verfügbar zu halten. In der Praxis führen unterschiedliche Engineering-Systeme, Medienbrüche und isolierte Datenbestände häufig zu hohem Abstimmungsaufwand, Informationsverlusten und vermeidbaren Kosten. Ein durchgängiges Asset Lifecycle Information Management (ALCIM) schafft die Grundlage für eine effiziente Zusammenarbeit über alle Projektphasen und Disziplinen hinweg – von der Prozessentwicklung und dem Engineering über Beschaffung, Bau und Inbetriebnahme bis hin zu Betrieb, Instandhaltung und Modernisierung.
Das Seminar vermittelt die Grundlagen eines standardisierten ALIM auf Basis aktueller Industriestandards. Die Teilnehmenden erfahren, wie digitale Informationsmodelle einen konsistenten Datenaustausch zwischen verschiedenen Fachdisziplinen, Unternehmen und Softwarelösungen ermöglichen und damit die Grundlage für Integrated Engineering, Digital Twins, Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz schaffen.
Anhand praxisnaher Beispiele wird gezeigt, wie standardisierte Datenmodelle die Qualität von Engineering-Projekten verbessern, den Aufwand bei Übergaben zwischen Planung, Bau und Betrieb reduzieren und die Interoperabilität unterschiedlicher CAE-Systeme erhöhen. Darüber hinaus werden wirtschaftliche Potenziale wie kürzere Engineering-Zeiten, eine höhere Datenqualität, geringerer Änderungsaufwand sowie mehr Flexibilität bei der Auswahl von Softwarelösungen aufgezeigt. Das Seminar richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die die digitale Transformation ihrer Engineering- und Asset-Management-Prozesse aktiv gestalten und den Grundstein für eine durchgängige, datengetriebene Prozessindustrie legen möchten.
Zum Thema
Die Digitalisierung der Prozessindustrie erfordert eine durchgängige und konsistente Verwaltung von Anlagendaten über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage. In der Praxis werden Informationen jedoch häufig zwischen Engineering, Beschaffung, Bau, Inbetriebnahme, Betrieb und Instandhaltung mehrfach erfasst oder gehen an den Schnittstellen zwischen unterschiedlichen IT-Systemen verloren. Die Folge sind Medienbrüche, inkonsistente Datenbestände, hoher manueller Aufwand und unnötige Kosten.
Das Seminar vermittelt die Grundlagen des Asset Lifecycle Information Management und zeigt, wie standardisierte Informationsmodelle und weiteren internationalen Standards eine durchgängige Datenbasis schaffen. Die Teilnehmenden lernen, wie Informationen entlang des gesamten Asset Lifecycles strukturiert verwaltet, zwischen verschiedenen Disziplinen ausgetauscht und für Engineering, Betrieb, Instandhaltung sowie den Digitalen Zwilling genutzt werden können.
Das Seminar vermittelt die Grundlagen eines standardisierten Asset Lifecycle Information Managements. Die Teilnehmenden lernen, Anlagendaten über den gesamten Lebenszyklus konsistent zu verwalten, internationale Informationsstandards anzuwenden und digitale Durchgängigkeit zwischen Engineering, Betrieb und Instandhaltung zu realisieren. Zudem erhalten sie einen Überblick über den Einsatz von Digital Twins, KI und modernen Datenmodellen in der Prozessindustrie.
Das Seminar richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus der Prozessindustrie sowie aus den Bereichen Anlagenplanung, Verfahrenstechnik, Engineering, Digitalisierung, Asset Management und Instandhaltung. Angesprochen werden insbesondere Projektleiter, Engineering-Manager, Automatisierungsingenieure, Betreiber von Prozessanlagen, EPC- und EPCM-Unternehmen, CAE-Verantwortliche, Digitalisierungs- und Industrie-4.0-Verantwortliche sowie Mitarbeitende aus IT, Datenmanagement und technischen Planungsabteilungen. Ebenso profitieren Hersteller von Prozessanlagen, Systemintegratoren und Softwareanbieter, die sich mit Digital Twin, CFIHOS oder datenzentrierten Engineering-Prozessen beschäftigen.
Programm
Grundlagen des Asset Lifecycle Information Management
• Einführung in Asset Lifecycle Information Management (ALCIM)
• Herausforderungen heutiger Engineering- und Betriebsprozesse
• Datenzentrierte statt dokumentenzentrierte Arbeitsweise
• Nutzen standardisierter Informationsmodelle
Der digitale Anlagenlebenszyklus
• Informationsflüsse vom Prozessentwurf bis zum Anlagenbetrieb
• Process Development, Engineering, Construction, Commissioning
• Betrieb, Instandhaltung und Management of Change (MoC)
• Anforderungen an eine durchgängige Datenbasis
Informationsmodelle und internationale Standards
• DEXPI 2.0
• CFIHOS / IOGP
• IEC 61360
• ECLASS
• USPI
• Zusammenspiel der Standards
Digitale Durchgängigkeit im Engineering
• Integration von PFD, P&ID und 3D-Modellen
• Datenmodelle für Apparate, Rohrleitungen und Automatisierung
• Interoperabilität zwischen CAE-Systemen
• Datenaustausch zwischen Betreibern, EPCs und Lieferanten
Digital Twin und KI
• Asset Lifecycle Data Management als Grundlage des Digital Twins
• Semantische Informationsmodelle
• KI-Anwendungen in Engineering und Anlagenbetrieb
• Zukunft der datengetriebenen Prozessindustrie
Praxisbeispiele
• Durchgängige Informationsmodelle in Investitionsprojekten
• Optimierung von Engineering- und Betriebsprozessen
• Best Practices für Betreiber und Planungsunternehmen
• Wirtschaftliche Potenziale standardisierter Datenmodelle
Referenten
Ehemaliger Vorsitzender der NAMUR (Internationaler Verband der Nutzer der Automatisierungstechnik), Leiter Networking des DEXPI e.V.,
Bis Juni 2019 war er verantwortlich für die Verfahrenstechnik & Engineering in der Evonik weltweit. Verfahrenstechnik und Engineering ist mit 900 Mitarbeitern weltweit prozessverantwortlich für die Entwicklung und Optimierung der Produktionsverfahren, die Pilotierung und den Bau der Anlagen und damit für die Themen „Asset Life Cycle Data Management“, Modularisierung, Metall-3-D-Druck und „Remote Operations“.
Wilhelm Otten war verantwortlich für die wesentlichen Entwicklungs- und Investitionsprojekte. Seit 2000 hat er ein Beratungsunternehmen, welches Firmen bei der Digitalisierung und Optimierung Ihres Engineering und Asset Lifecycle unterstützt und das Projektmanagement übernimmt.
Wilhelm Otten studierte Maschinenbau/Automatisierungstechnik und promovierte im Bereich der Verfahrenstechnik. Er startete seine Karriere als 1988 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Verfahrenstechnik der Degussa AG in Hanau. Ab 1992 war er als Betriebs-/Gruppeningenieur in den heutigen Betrieben der Röhm in Wesseling tätig, bevor er 1997 die Leitung des Technischen Controllings (Investitionen, Instandhaltung, Infrastruktur) im damaligen Geschäftsbereich Spezialchemikalien in Frankfurt übernahm. Von 2000 bis 2003 leitete er die Technik (Betriebstechnik, Werkstätten, Infrastrukturanlagen) im Standort Wesseling. Von 2004 bis 2008 verantwortete Otten das Geschäftsgebiet Technik bei der Infracor GmbH in Marl, welches Service außerhalb der Evonik erbringt. 2009/10 war Wilhelm Otten Geschäftsführer und Arbeitsdirektor bei der Evonik-Röhm GmbH mit Verantwortung für die Standorte (Service und Infrastruktur) und den Service (Personal, kaufmännischer Service, IT, Anlagensicherheit, Instandhaltung), bevor er Ende 2010 Leiter des Technischen Services des damaligen Geschäftsbereichs Site Services wurde. Von 2015 bis 2019 leitete Wilhelm Otten das Geschäftsgebiet Verfahrenstechnik & Engineering in der neugegründeten Evonik Technology & Infrastructure GmbH.
In diesen verschiedenen Aufgaben und zahlreichen konzernweiten Projekten war Wilhelm Otten verantwortlich für die Technologie-Entwicklung und Optimierung der Geschäftsprozesse. Er steuerte die Digitalisierungsinitiativen im Bereich der Produktion und Technik in der Evonik. Er ist Autor von mehr als 80 Vorträgen und Veröffentlichungen im Bereich Prozessentwicklung, Engineering, Produktion und Digitalisierung.
Wilhelm Otten ist Mitglied verschiedener Verbände. Er war von 2011 bis 1018 Vorsitzender der NAMUR, einem internationalen Verband der Nutzer der Automatisierungstechnik, der die Digitalisierungsinitiativen in der Prozessindustrie in Deutschland und über ein weltweites Netzwerk auch international koordiniert. Er ist ebenfalls Mitglied der DEXPI (Data Exchange in Process Industry, Dechema), JIP36 (Joint Industry Initiative Data Exchange in Process Industry. Er leitet seit 2020 das interdisziplinäre Gremium digitale Transformation im VDI.
Preise
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme
Ausgewählter Termin
Di. 05.10.2027, 12:30 Uhr
Digitaler Campus
Ansprechpartner
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Uwe Schröer
u.schroeer@hdt.de
+49 201 1803-388