Kryostatbau

Grundlagen und Arbeitstechniken, Materialien, Komponenten, Mess- und Regeltechnik, Konstruktionsbeispiele

Präsenz
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Kryostatbau

Die Kryotechnik beschäftigt sich mit Temperaturen unterhalb von 120 K (-153°C). Ein aktueller Anwendungsbereich betrifft Wasserstoff (Siedetemperatur bei 1 bar: 21,15 K (-252°C). Wasserstoff gilt als unverzichtbarer, umweltfreundlicher Energieträger in unser zunehmenden elektrifizierten Welt. Die Energiedichte von flüssigem Wasserstoff ist weit höher als von Hochdruckwasserstoff, so dass es für den Transport verflüssigt wird, bzw. in flüssiger Form bei großen mobilen Anwendungen (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Schwerlastverkehr) eingesetzt werden soll.

Die Kryotechnik ist ein sehr seltenes Angebot in den Lehrplänen der Universitäten und Fachhochschulen, so dass sich der Ingenieur, Techniker oder Konstrukteur meist selbständig in dieses Fachgebiet einarbeiten muss. Hierbei ergeben sich aufgrund der relativ geringen Verbreitung kryotechnischen Fachwissens zahlreiche Probleme, wie die Beschaffung geeigneter Literatur, Stoffdaten für Fluide und Materialien sowie des Bezuges geeigneter Standardkomponenten. Darüber hinaus fehlt meist grundlegendes Wissen über wesentliche Punkte, die im Kryostatbau berücksichtigt werden sollten.
Das Seminar befasst sich daher zunächst mit der Vermittlung grundlegenden Wissens und geht dann konkret auf Komponenten des Kryostatbaues ein, welches auch die Mess-, Regelungs- und Steuerungstechnik umfasst. Zu berücksichtigende Normen gehören ebenfalls zu den behandelten Themen wie auch konkrete Konstruktionsbeispiele und Auslegungsrechnungen.

Zum Thema

Die Kryotechnik bzw. Tieftemperaturtechnik beschäftigt sich mit Anwendungen unterhalb von 120 K (ca. -153°C). Fluide bzw. Kryogene, die unterhalb dieser Temperatur verflüssigt also kondensiert werden sind Krypton, Methan, Sauerstoff, Argon, Stickstoff, Neon, Wasserstoff und Helium. Anwendungsgebiete sind z.B. die Gase-Technik, bei der diese Gase für Speicherung und Transport verflüssigt werden. Flüssiges Erdgas (LNG) bildet hier das größte Anwendungsgebiet der Kryotechnik, aber auch die Wasserstoffverflüssigung (CO2-freier Energieträger) wird zunehmend eine wichtige Rolle spielen. Die Luftzerlegung, also die Trennung einzelner Gasanteile aufgrund unterschiedlicher Kondensationstemperaturen ist ein weiteres großtechnisches Anwendungsgebiet der Kryotechnik. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Kühlung von Komponenten und hier seien vor allem Supraleiter (elektrische Leiter ohne ohmschen Widerstand unterhalb einer kritischen Temperatur) erwähnt. Magnetresonanztomographen (MRT) für die medizinische Diagnostik stellen hier eine serienmäßige Anwendung von supraleitenden Magneten dar. Supraleitende Magnete finden sich auch bei Beschleunigern, in der Fusion und anderen Anwendungen. Auch Detektoren, Lebensmittel (Kryokonservierung) bzw. Blutplasma, Samen, etc. werden häufig auf kryogene Temperaturen abgekühlt. In der Vakuumtechnik werden bei Kryovakuumpumpen Flächen gekühlt die Gase binden und damit den Vakuumdruck erreichen. Verflüssigter Wasserstoff spielt in der Raumfahrtindustrie als Treibstoff und zunehmend als Energieträger eine große Rolle. Extrem tiefe Temperaturen werden für Quantencomputer benötigt. Die Behälter, die für solche Temperaturen benötigt werden, werden als Kryostate bezeichnet.

Als Kryostat (griech. kryos = kalt) wird also ein Gerät bzw. Behälter bezeichnet, in welchem sehr tiefe Temperaturen erreicht werden können.
Ein Kryostat ist meist in Schalen aufgebaut, wobei von außen nach innen und von oben nach unten die Temperatur abnimmt. Aufgrund der geringen Leistungsziffer bei der Erzeugung tiefer Temperaturen kommt dem thermischen Isolationsaufbau, den Schnittstellen (z.B. Ventile, Anschlüsse, etc.) bzw. den Verbindungen zwischen Umgebungs- und Tieftemperatur hinsichtlich Konstruktion und Materialauswahl eine besondere Bedeutung zu. Bei Temperaturen unterhalb der Kondensationstemperatur von Luft wird die Vakuumisolation zwingend notwendig. Ebenso müssen die Anwendungen den geltenden Sicherheitsvorschriften sowie die Mess- und Regeltechnik auf die Besonderheiten im Tieftemperaturbereich abgestimmt werden.

Zielsetzung

Die Kryotechnik ist ein sehr seltenes Angebot in den Lehrplänen der Universitäten und Fachhochschulen, so dass sich der Ingenieur, Techniker oder Konstrukteur meist selbständig in dieses Fachgebiet einarbeiten muss. Hierbei ergeben sich aufgrund der relativ geringen Verbreitung kryotechnischen Fachwissens zahlreiche Probleme, wie die Beschaffung geeigneter Literatur, Stoffdaten für Fluide und Materialien, sowie des Bezuges geeigneter Standardkomponenten. Darüber hinaus fehlt meist grundlegendes Wissen über wesentliche Punkte die im Kryostatbau berücksichtigt werden sollten.
Ziel des Seminars ist ein intensiver Erfahrungs- und Wissenstransfer, der durch grundlegende Vorträge Kenntnisse über die Besonderheiten im Kryostatbau vermitteln soll. Hierbei sollen vor allem die wesentlichen Prinzipien und deren Grundlagen behandelt werden. Darüber hinaus sollen zahlreiche Ausführungsbeispiele die Umsetzung erleichtern.

 

Teilnehmerkreis

Ingenieure, Naturwissenschaftler, Techniker und Konstrukteure aus Forschung, Entwicklung und Produktion, welche die Grundlagen und den Entwicklungsstand auf diesem Fachgebiet kennen lernen und für Eigenkonstruktionen oder Spezifikationen anwenden wollen.

 

Programm

22.09.2026
08:30—08:50
Begrüßung und Einführung
Dr.-Ing. Holger Neumann
08:50—10:20
Thermodynamische Grundlagen
Dr.-Ing. Holger Neumann
10:50—12:20
Thermodynamische Grundlagen
Dr.-Ing. Holger Neumann
12:20—13:30
Mittagspause
13:30—15:00
Werkstoffe in der Kryotechnik
Dr. Klaus-Peter Weiss
15:00—15:30
Kaffeepause
15:30—17:00
Werkstoffe in der Kryotechnik
Dr. Klaus-Peter Weiss
23.09.2026
08:00—10:00
Mess- und Regeltechnik
Dr.-Ing. Holger Neumann
10:00—10:30
Kaffeepause
10:30—12:00
Mess- und Regeltechnik
Dr.-Ing. Holger Neumann
12:00—13:30
Mittagspause
13:30—15:00
Konstruktionsbeispiele
Dr. Ralph Lietzow
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
15:00—15:20
Kaffeepause
15:20—16:50
Konstruktionsbeispiele
Dr. Ralph Lietzow
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
24.09.2026
08:00—10:00
Vakuumtechnik und Gefahren im Umgang mit Kryogenen
Dr.-Ing. Holger Neumann
10:00—10:30
Kaffeepause
10:30—12:00
Vakuum und Gefahren im Umgang mit Kryogenen
Dr.-Ing. Holger Neumann
12:00—13:30
Mittagspause
13:30—14:00
Transfer zum KIT Karlsruhe
14:00—16:00
Besichtigung der kryotechnischen Einrichtungen des Instituts für Technische Physik auf dem Gelände des KIT (Campus Nord) Karlsruhe
16:00—16:30
Bustransfer zum Bahnhof und zum Hotel / Ende der Veranstaltung

Referenten

RL
Dr. Ralph Lietzow
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

KIT (Karlsruher Institut für Technologie), Karlsruhe

KW
Dr. Klaus-Peter Weiss

KIT (Karlsruher Institut für Technologie), Karlsruhe

HN
Dr.-Ing. Holger Neumann

KIT (Karlsruher Institut für Technologie), Karlsruhe

Journal

Konstruktion/Entwicklung
Der Schutz von Innovationen, Design und Marken ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor geworden. Schätzungen, wonach sich die jährlichen Schäden durch Produktfälschungen für die deutsche Industrie auf Dutzende Milliarden Euro summieren, erscheinen gar nicht so hoch, wenn man sich vor Augen führt, dass heutzutage bei der Verletzung von Schutzrechten vor nichts mehr Halt gemacht wird …

Preise

Präsenz-Teilnahme
1.390,00 €*
HDT-Mitglieder
1.290,00 €*

mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme

Termine

Karlsruhe
22.09.26 - 24.09.26
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