TGA-Grundlagen und Digitalisierung im Bauwesen: HLKKS, BIM, IoT und Gebäudeautomation

TGA-Gewerke, Bedarfsermittlung, Bedarfsdeckung, Auslegungsgrundlagen, Komponenten, Zeichnerische Unterlagen, Methoden, Trends und Tools zu Digitalisierung

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TGA-Grundlagen und Digitalisierung im Bauwesen: HLKKS, BIM, IoT und Gebäudeautomation

Die Gewerke der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) spielen in der Errichtung von Gebäuden eine immer bedeutendere Rolle. Insbesondere durch die fortschreitende Digitalisierung und die technischen Anforderungen nehmen sowohl Umfang als auch Komplexität stetig zu. Für eine erfolgreiche Abwicklung erfordern heutige Bauprozesse von allen am Bau Beteiligten Grundkenntnisse der TGA, um die Funktionalität der einzelnen Gewerke und deren Zusammenspiel mit dem Baukörper besser einordnen zu können. Neben dem Erwerb von technischem Know-how ist insbesondere eine Förderung der Fähigkeiten zur kooperativen und interdisziplinären Denk- und Arbeitsweise zielführend.

Das Seminar vermittelt am ersten Tag ein ganzheitliches Bild der Denk- und Arbeitsweise von TGA-Ingenieuren, ausgehend von der Zuordnung der unterschiedlichen Gewerke, der Schnittstellen zum Baukörper, der Bedarfsermittlung bis hin zur Bedarfsdeckung, der normativen und rechtlichen Auslegungsgrundlagen und der Dimensionierung von Komponenten und Anlagen auf dem Gebiet der Heizung, Lüftung, Klima-, Kälte- und Sanitärtechnik (HLKKS).

Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten am zweiten Seminartag einen umfassenden Einblick in aktuelle Trends wie Building Information Modeling (BIM), IoT-basierte Gebäudetechnik und datengetriebene Betriebsoptimierung. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie sich aus Betriebsdaten konkrete Maßnahmen ableiten lassen, um Energie und Kosten zu sparen und gleichzeitig den Komfort zu erhöhen. Ergänzend werden organisatorische und wirtschaftliche Fragen behandelt: Welche Kompetenzen sind für die digitale Transformation erforderlich? Welche Schnittstellen zwischen Bau, TGA und IT gewinnen an Bedeutung? Und worauf ist bei unterschiedlichen Assetklassen besonders zu achten.

Am Ende des Seminars sind die Teilnehmenden in der Lage, die Rolle der TGA und die damit verbundenen Anforderungen im Rahmen von Bauprojekten besser zu verstehen und somit das Gebäude und dessen Funktion ganzheitlicher wahrzunehmen.

Passend zu diesem Seminar empfehlen wir Ihnen auch das Seminar "Bauleitung und Projektleitung in der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA)". 

Zum Thema

Die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) gewinnt im modernen Bauwesen zunehmend an Bedeutung. Mit fortschreitender Digitalisierung im Bauwesen, steigender Interdisziplinarität und komplexeren Anforderungen wächst der Stellenwert fundierter TGA Weiterbildung.

Dieses Seminar vermittelt ein umfassendes Verständnis der Denk- und Arbeitsweise von TGA-Ingenieuren: von den Gewerken und Schnittstellen zum Baukörper über Bedarfsermittlung, normative Grundlagen und Dimensionierung bis hin zu typischen Fehlern in Planung und Ausführung.

Aufbauend auf diesen Grundlagen führt das Seminar Gebäudeautomation praxisnah in digitale Werkzeuge und Methoden wie BIM, Smart Building, Internet of Things (IoT) und den Digitalen Zwilling ein. Teilnehmende erfahren zudem, wie sich Daten für mehr Energieeffizienz, geringere Betriebskosten und höheren Nutzerkomfort nutzen lassen. Ergänzend behandelt das Programm Gebäudeleittechnik (GLT), Building Automation Systems (BAS) sowie organisatorische und wirtschaftliche Fragestellungen im Bau- und Immobilienbereich.

Zielsetzung

  • Besseres interdisziplinäres Verständnis über die Gewerke und Funktionalität der TGA sowie deren Schnittstellen zum Baukörper
  • Auslegung von Komponenten und Anlagen der TGA zur Bedarfsdeckung auf Basis von normativen und rechtlichen Anforderungen
  • Übersicht über die Planunterlagen der TGA in Planung und Ausführung
  • Praxisrelevantes Wissen zum direkten Einsatz beim Planen und Betreiben von modernen Gebäuden
  • Kenntnisse zu Smart Building, BIM im Gebäudebetrieb, Betriebsoptimierung und Energie

Teilnehmerkreis

Das Seminar wendet sich an Ingenieur- und Architekturbüros sowie Auftraggebende von Planungs- und Bauleistungen auf dem Gebiet der TGA und der Versorgungstechnik.

Angesprochen sind insbesondere:

  • Bauingenieur/innen und Architekt/innen
  • Bauherrenvertreter/innen und ausführende Firmen
  • Young Professionals, Berufseinsteiger und Nachwuchskräfte im Bauwesen
  • TGA-Fachkräfte

Ebenfalls angesprochen sind Mitarbeitende aus Facility Management, Energie- und Gebäudetechnik sowie Immobiliengesellschaften, die mit digitalen Methoden, Gebäudeautomation, BIM und Smart-Building-Anwendungen arbeiten oder diese Kenntnisse praxisnah vertiefen möchten.

Programm

13.10.2026
09:00—12:00
Grundlagen der TGA
Prof. Dr.-Ing. Rolf Groß
FH Aachen
12:00—13:00
Mittagessen
13:00—17:00
Grundlagen der TGA II
14.10.2026
09:00—12:00
Digitalisierung in der TGA
Prof. Dr.-Ing. Tobias Frauenrath
FH Aachen
12:00—13:00
Mittagessen
13:00—17:00
Digitalisierung in der TGA II
Prof. Dr.-Ing. Tobias Frauenrath
FH Aachen

Referenten

TF
Prof. Dr.-Ing. Tobias Frauenrath
FH Aachen

Prof. Dr.-Ing. Tobias Frauenrath, FH Aachen, Fachbereich Elektro und Informationstechnik, Campus Eupener Str, Aachen

Studium:

  • Studium der Elektro- und Informationstechnik an der RWTH Aachen
  • Promotion als Dr.-Ing. an der RWTH Aachen im Bereich der Medizintechnik

Berufstätigkeit:

  • Mitgründer eines start-up Unternehmens in der Medizintechnik
  • Leiter der Entwicklung des mittelständischen Unternehmens S.K.I. GmbH in Mönchengladbach im Umfeld Industrie 4.0
  • Produktmanager für Smart Home, Smart Grid und IoT-Systeme bei der devolo AG in Aachen

Akademische Laufbahn:

  • Lehrbeauftragter an der Hochschule Niederrhein im Fach Netze und Protokolle für Elektrotechniker
  • Professor für Automation der Gebäudetechnik an der FH Aachen
  • Co-Direktor Institut Smart Building Engineering an der FH Aachen
RG
Prof. Dr.-Ing. Rolf Groß
FH Aachen
Prof. Dr.-Ing. Rolf Groß studierte Versorgungstechnik an der FH Köln, Verfahrenstechnik an der RWTH Aachen und Wirtschaftsingenieurwesen an der FH Südwestfalen. Er promovierte 2002 am Lehrstuhl für Wärmeübertragung und Klimatechnik an der RWTH Aachen. 1989 gründete er das Ingenieurbüro Plan Team GmbH mit Sitz in Lohmar, das Planungsleistungen in den Bereichen Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik für Kunden aus Industrie, Gewerbe und der öffentlichen Hand erbringt. Zwischen 2001 und 2011 war er bei Babcock Borsig, Fisia Babcock und Lentjes im Anlagenbau im Bereich der Bau- und Gebäudetechnik für Großwärmeerzeuger tätig. Von 2011 bis 2018 war er Professor für Anlagen- und Apparatebau an der FH Aachen im Fachbereich Energietechnik, Campus Jülich.
In 2018 wechselte er als Professor für Versorgungstechnischen Anlagenbau und Technische Gebäudeausrüstung (TGA) in den Studiengang Smart Building Engineering (SBE) im Fachbereich Bauingenieurwesen am Campus Bayernallee der FH Aachen. Seit 2023 leitet er den Studiengang SBE sowie das zugehörige Institut für Smart Building Engineering (ISBE).

Hinweise

Passend zu diesem Seminar empfehlen wir Ihnen auch das Seminar “Bauleitung und Projektleitung in der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA)“. 

Journal

Buchbesprechungen
Ausgehend von Überlegungen zur digitalen Transformation als Teil der Evolution von kapitalistischen Ökonomien wirft Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre, mit seinem neuen Buch „Die Verselbstständigung des Kapitalismus“ eine Reihe unausweichlicher Fragen zu den praktischen Folgen des Einsatzes von KI für jedermann auf, zu denen Gesellschaften und Individuen sich werden verhalten müssen.
Digitalisierung
Sucht man nach Lösungen, teure Fehlschläge bei Digitalisierungsprojekten zu vermeiden, die Effizienz zu steigern, Mitarbeitende mit den neuen Technologien vertraut und gleichzeitig zufriedener zu machen, stößt man früher oder später auf den Begriff „Digital Transformation Coaching“. Bloß ein Buzzword oder steckt hier mehr dahinter?

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Häufige Fragen und Antworten zu TGA-Grundlagen und zur Digitalisierung im Bauwesen

1. Warum ist die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) vor dem Hintergrund der Digitalisierung für das moderne Bauwesen von so zentraler Bedeutung?

Die Technische Gebäudeausrüstung (TGA – oft auch einfach nur als Gebäudetechnik oder Gebäudetechnische Anlagen (GTA) bezeichnet) lässt sich ohne Übertreibung als das „Nervensystem“ moderner Bauwerke begreifen. Die zentrale Bedeutung der TGA-Planung ergibt sich aus der Notwendigkeit, Gebäude komfortabel, technisch sicher nutzbar und gleichzeitig zukunftssicher zu machen.

Entscheidende Gründe für die Schlüsselrolle der TGA-Fachplanung:

  • Die TGA stellt sicher, dass Innenräume gut bewohnbar sind und ein gesundes Raumklima bieten. Im Hinblick auf Nutzbarkeit und Komfort umfasst die TGA von Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) über Sanitäranlagen bis hin zur Elektro– und Beleuchtungstechnik alle Systeme, die für den Betrieb notwendig sind.
  • Bezogen auf Energieeffizienz und Klimaschutz müssen moderne Gebäude strenge gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) erfüllen. Die TGA ist das Hauptwerkzeug, um den Energiebedarf durch effiziente Anlagentechnik und die Einbindung erneuerbarer Energien (zum Beispiel Photovoltaik, Wärmepumpen) massiv zu senken.
  • Hinsichtlich Digitalisierung lässt die Vernetzung technischer Systeme intelligente Gebäude (Smart Buildings) entstehen, bei denen eine sensorgestützte Automation das Heizen, die Kühlung und die Beleuchtung in Echtzeit optimiert. Komfortsteigerungen gehen hier mit einer Senkung der Betriebskosten einher.
  • Integraler Bestandteil der TGA-Planung sind ferner sicherheitstechnische Funktionen des Brandschutzes, Sprinkleranlagen, Notbeleuchtung u. v. a. m.

 

Um die wachsende Komplexität all dieser Systeme bereits in der Entwurfsphase digital abzubilden und zu koordinieren, setzen Planer heute vermehrt auf BIM (Building Information Modeling). 

Mit fortschreitender Digitalisierung im Bauwesen, steigender Interdisziplinarität und komplexeren Anforderungen wächst wiederum der Stellenwert einer fundierten TGA-Weiterbildung für die das HDT weithin bekannt ist.

2. Wie steht es um die wirtschaftliche Bedeutung der TGA?

Über die technische und funktionale Ebene hinaus ist die wirtschaftliche Dimension ein entscheidendes Argument für die Bedeutung der TGA. Allein die folgenden beiden Punkte zeigen es:

  • Der Anteil der Technischen Gebäudeausrüstung an den gesamten Baukosten in modernen Bürogebäuden sowie in Kliniken oder Laboren macht mittlerweile zwischen 30 und 50 Prozent oder mehr aus. TGA ist daher längst kein „Neben-Gewerk“ mehr, erfordert also präzise Planung, um Budgetüberschreitungen zu verhindern.
  • Ein Großteil der Gesamtkosten eines Gebäudes entsteht erst im Betrieb. Auf 30 Jahre gerechnet, kann man von einem Anteil von rund 80 Prozent ausgehen. Eine professionelle TGA-Planung entscheidet somit über die langfristige Rentabilität und den Wiederverkaufswert (Asset Value) der Immobilie.

3. Wie wirkt sich die Digitalisierung im Bauwesen auf den Bereich HLKKS aus?

HLKKS (oft auch HLKS oder HKLS genannt – sowie im internationalen Kontext HVAC für Heating, Ventilation, and Air Conditioning) steht für die technischen Gewerke der Gebäudeausrüstung. Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, und Sanitäranlagen stellen so etwas wie die Lebensadern moderner Gebäude dar. Als hochkomplexes Feld profitiert die HLKKS-Planung massiv von BIM-Methoden und digitalen (3D-)Modellen. 

Anders ausgedrückt: Digitalisierung transformiert HLKKS-Gewerke von isolierten mechanischen Systemen hin zu einer hochvernetzten, datengesteuerten Infrastruktur. Die Auswirkungen der Entwicklung lassen sich in folgende Kernbereiche unterteilen: 

  • Präzision durch BIM und Kollisionsprüfung: Mittels Building Information Modeling (BIM) werden HLKKS-Komponenten als intelligentes 3D-Modell geplant. Dies ermöglicht eine automatisierte Kollisionsprüfung mit anderen Gewerken noch vor Baubeginn. Teure Umplanungen auf der Baustelle werden so minimiert.
  • Effizienz durch Vorfertigung (Prefabrication): Die digitale Verzahnung von Planung und Produktion erlaubt es, komplexe Rohrleitungssysteme oder Lüftungszentralen präzise im Werk vorzufertigen. Diese modulare Bauweise verkürzt die Montagezeiten vor Ort massiv und steigert die Ausführungsqualität.
  • Smart HVAC und Digitaler Zwilling: Im Betrieb wandelt sich die HLKKS-Anlage zum Smart Building. Sensoren erfassen Daten zu Luftqualität, Raumbelegung und Wetterprognosen, woraufhin eine KI die Anlagen in Echtzeit optimiert.
  • Der Digitale Zwilling ermöglicht zudem Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung): Bauteile melden ihren Verschleiß selbstständig, bevor ein Defekt auftritt, was die Betriebskosten senkt und die Lebensdauer verlängert.

4. Welche Rolle spielt die Bauproduktenverordnung für die Technische Gebäudeausrüstung (TGA)?

Viele Komponenten der Technischen Gebäudeausrüstung – etwa Lüftungsgeräte, Rohrsysteme, Dämmstoffe oder Brandschutzprodukte – fallen unter die Bauproduktenverordnung (BauPVO). Die BauPVO stellt sicher, dass diese Produkte bestimmte Leistungsmerkmale erfüllen und für Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden zuverlässig eingesetzt werden können.

Sichtbarste Merkmal der BauPVO nach außen stellt die CE-Kennzeichnung sowie die dazugehörige Leistungserklärung (DoP – Declaration of Performance) dar. Ohnedies darf ein Bauprodukt in der EU nicht in Verkehr gebracht werden.

5. Welche Bedeutung besitzt die Bauproduktenverordnung für die Gebäudeautomation und Smart Buildings?

Komponenten der Gebäudeautomation und vernetzten Gebäudetechnik müssen je nach Anwendungsfall verschiedene Normen und regulatorische Anforderungen erfüllen. Soweit es sich um Bauprodukte handelt, stellt die BauPVO sicher, dass ihre Leistungsmerkmale einheitlich bewertet und dokumentiert sind, insbesondere im Hinblick auf bauwerksrelevante Anforderungen wie den Brandschutz. Ingenieure und Planer müssen die Einhaltung der jeweils einschlägigen Normen und die korrekte Dokumentation der Produkte sicherstellen.

6. Welche Bedeutung hat die Bauproduktenverordnung für digitale Bauprozesse und Building Information Modeling (BIM)?

Bei BIM-basierten Planungsmethoden werden Produktinformationen digital in Gebäudemodelle integriert. Die Bauproduktenverordnung schafft hierfür eine wichtige Grundlage, indem sie die einheitliche Deklaration von Leistungsmerkmalen von Bauprodukten auf Basis harmonisierter europäischer Normen sicherstellt. Diese standardisierten Angaben können in BIM-Modelle eingebunden werden. Das unterstützt eine vergleichbare, nachvollziehbare Planung.

Ferner verpflichtet die BauPVOHersteller, relevante Merkmale (z. B. Wärmeleitfähigkeit oder Brandverhalten) in einer Leistungserklärung (DoP) anzugeben. Produktdaten unterschiedlicher Hersteller werden dadurch grundsätzlich vergleichbar. Für die Nutzung in BIM-Prozessen ist das vorteilhaft, wenngleich es nur einen Teil der erforderlichen Informationsbasis darstellt.

7. Ist die automatisierte Prüfung gesetzlicher Anforderungen im BIM möglich?

Eine automatisierte Prüfung gesetzlicher Anforderungen im BIM ist grundsätzlich möglich, setzt aber zusätzlich strukturierte Datenmodelle und regelbasierte Auswertungen voraus. Die BauPVO kann hierfür lediglich einen Baustein liefern.

Die Leistungserklärung kann in digitalen Planungsprozessen mit BIM-Objekten verknüpft werden. Das geschieht zum Beispiel über Dokumentenlinks. Es erleichtert die Nachweisführung, die Abnahme sowie die Nutzung im Facility Management, ist jedoch nicht explizit durch die BauPVO geregelt.

8. Welches sind die wichtigsten Trends bei der Digitalisierung im Bauwesen?

Die Digitalisierung im Bauwesen hat sich in den letzten Jahren von einer Planungshilfe zur umfassenden Prozesssteuerung entwickelt. Aktuell stehen vor allen Dingen die Vernetzung von Daten und der Einsatz intelligenter Technologien im Vordergrund. Hierdurch soll einerseits die Effizienz gesteigert werden, andererseits dienen die Maßnahmen auch der Abfederung des Fachkräftemangels.

Zu den aktuell wichtigsten Trends zählen:

  • Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung für eine optimierte Projektplanung, Dokumentenanalyse, Entscheidungsfindung, Echtzeit-Steuerung von Bauprozessen und zur frühzeitigen Identifikation von Risiken,
  • Building Information Modeling (BIM bzw. Open BIM) für einen herstellerneutralen Datenaustausch oder zur Integration von Nachhaltigkeitsanalysen (Ökobilanzierung) direkt im Modell,
  • Digitale Zwillinge (Digital Twins), die über die Bauphase hinaus als digitale Abbilder genutzt werden können, um den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – inklusive Betrieb und Wartung – effizienter zu gestalten,
  • Robotik und 3D-Druck zwecks schnellerer und materialsparender Ausführung von Gewerken,
  • Internet der Dinge (IoT) und Sensorik beispielsweise zur Erfassung von Daten zu Materialverbrauch, Standort von Maschinen oder Umweltbedingungen wie Wetterdaten,
  • Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft (Stichwort zirkuläres Bauen) nicht zuletzt auch auf Basis von sogenannten „Material Passports“ (Materialausweise), um Gebäude am Ende ihrer Lebenszyklen als „Rohstofflager“ nutzbar zu machen sowie
  • Augmented und Virtual Reality (AR/VR) zwecks Visualisierung von Entwürfen und bei der Unterstützung im Bau durch das Einblenden von Strukturen direkt auf der realen Baustelle – Stichwort digitale Baustelle.

9. Welche Vorteile bringt TGA-Planern BIM im Bauprozess?

BIM bringt TGA‐Planern im Bauprozess vor allem bessere Qualität, weniger Konflikte und effizientere Arbeitsabläufe. Die wichtigsten Vorteile lassen sich in folgende Kernpunkte gliedern:

  • Frühe Kollisionsprüfung und bessere Koordination zur Verringerung von Nacharbeiten und zur Vermeidung von Verzügen und den (oben bereits erwähnten) teuren Umplanungen während der Ausführung,
  • Vermeidung von Redundanz: weniger Doppelerfassungen (mit dem zusätzlichen Vorteil einer sinkenden Fehleranfälligkeit) und ein reduzierter Arbeitsaufwand,
  • Automatisierung von Auswertungen und eine insgesamt bessere Planungsqualität,
  • Steigerung der Effektivität der Zusammenarbeit und Kommunikation für alle Beteiligten durch einen gemeinsamen aktuellen Informationsstand („Single Source of Truth“),
  • Verbesserung der Transparenz bei Kosten, Terminen und dem Betrieb dank digitaler Zwillinge.

10. Wie wirkt sich BIM konkret auf Kosten und Zeit im Bauprozess aus?

In der Regel wirkt sich BIM im Bauprozess sehr positiv auf Kosten und Zeitaufwände aus, selbst wenn das den Planungsaufwand zu Beginn leicht steigen lässt. Mittels BIM verschiebt man den Aufwand von der eigentlichen Bauphase in die Planungsphase („Front-Loading“). Im weiteren Projektverlauf spart das Geld und beschleunigt Prozesse, weil:

  • weniger Fehler und Stillstände geschehen,
  • Terminrisiken dank präziser Terminplanung früher erkannt werden,
  • sich Meilensteine realistischer planen bzw. im Modell genau simulieren lassen,
  • die Koordination dank valider Echtzeit-Daten verbessert wird sowie 
  • insgesamt fundiertere Entscheidungen getroffen werden können.

Preise

Präsenz-Teilnahme
1.390,00 €*
Für HDT-Mitglieder
1.290,00 €*
Online-Teilnahme
1.390,00 €*
Für HDT-Mitglieder
1.290,00 €*

mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme

Ausgewählter Termin

Di. 13.10.2026, 09:00 Uhr —
Mi. 14.10.2026, 17:00 Uhr
Haus der Technik e.V.
Hollestr. 1
45127 Essen
Veranstaltungsnummer: VA26-01229

Ansprechpartner

Organisatorische Fragen:
info@hdt.de
+49 201 1803-1
Fachliche Fragen:
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