Wärmetauscher und Wärmenutzungsanlagen zur Wärmeauskopplung aus Rauchgasen

Grundlagen der Wärmetechnik - Regelwerke - Konstruktionsformen - Korrosionsfeste Apparate - Betriebscharakteristik - Service und Wartung

Präsenz
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Wärmetauscher und Wärmenutzungsanlagen zur Wärmeauskopplung aus Rauchgasen

Das Seminar umfasst Grundlagen der Wärmetechnik, Regelwerke, Konstruktionsformen, insbesondere korrosionsfeste Apparate sowie deren Betriebscharakteristik und Erfahrungen aus Service und Wartung.
Ziel des Seminars ist ein intensiver Wissens- und Erfahrungstransfer zur Übersicht der verschiedenen Wärmetauschersysteme in Rauchgasen zu erhalten. Es wird Wert daraufgelegt, die Grundlagen der Wärmetechnik und die zutreffenden Regelwerke (z. B. Druckgeräterichtline, ASME Code) darzustellen, aber auch die Konstruktionsformen der Wärmetauscher und die Anforderungen an Leistungsmessung sowie Inspektion und Service.
Insbesondere korrosionsbeständige Wärmetauscher erfordern ein erhebliches Investitionsvolumen, so dass die bei der Seminarteilnahme erworbenen, fundierten Fachkenntnisse für die bestimmungsgemäße Betriebsweise in der Praxis eine hohe Kosteneinsparung generieren können.
Verschmutzung und Korrosion können die Lebensdauer von Rauchgaswärmetauschern erheblich verkürzen und dadurch signifikante Kosten verursachen.
Nach einer Einführung in die Grundlagen des Wärmeaustausches, Kennwerte und Auslegung werden die Werkstoffe für korrosionsbeständige Rauchgaswärmetauscher vorgestellt und die verschiedenen Wärmetauscherbauformen für den Einsatz in Müllverbrennungsanlagen, Biomasseanlagen, Kraftwerken und industriellen Prozessen dargestellt.
Die Anforderungen an den Betrieb von Wärmetauschern bis zur Bearbeitung von Themen wie Inspektion, Wartung und Reinigung sowie die Darstellung von Beispielen für die Störungsbehebung geben dem Teilnehmer die entscheidende Grundlage dafür, in der Praxis den wirtschaftlich attraktiven Betrieb der Wärmetauscher im Rauchgasweg sicherzustellen.
Die Darstellung der CFD Simulation von Wärmetauschern zeigt die Möglichkeiten auf, die strömungstechnischen Parameter am Wärmetauschereintritt zu ermitteln und so sicherzustellen, dass bestehende Maximalwerte nicht überschritten werden. 

Zum Thema

Gemäß der Studie zu den „Wachstumspfaden in Deutschland“ von der Boston Consulting Group und dem UnternehmerTUM, sowie der Studie „Transformationspfade: Europäische Wertschöpfungsgewerbe und Wachstumsmärkte“ von der IW Consult GmbH hat die Nutzung industrieller Wärme, z.B. durch Power-to-Heat Projekte enormes Entwicklungspotenzial. Dazugehörige Themen, wie Prozesswissen, Anlagenbau, Thermodynamik, Energieintegration, Speicher und Projektumsetzung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Genau hier setzt dieses Seminar an, denn Wärmenutzung aus Rauchgasen ist eine extrem große Chance für den Umweltschutz.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Nutzung von Abgas-Wärmetauschern zur Wärmerückgewinnung aus Abgas und Abwärme. Dadurch können Unternehmen ihre Energieeffizienz verbessern, den Energieverbrauch senken und vorhandene Wärmeenergie sinnvoll in den Prozess zurückführen. Im Apparatebau kommen dabei unterschiedliche Produkte und Bauarten zum Einsatz, etwa Wärmetauscher mit Rohren oder Plattenwärmetauscher, die je nach Brennstoff wie Öl, Prozessführung und Temperaturbereich ausgewählt werden. Auch Kamine, Kaminsteuerungen sowie der sichere Umgang mit Luft- und Abgasströmen spielen eine wichtige Rolle, um den Ausstoß emissionsrelevanter Stoffe zu reduzieren und Anforderungen der BImSchV einzuhalten. So leisten moderne Systeme einen wichtigen Beitrag zu Nachhaltigkeit, wirtschaftlichem Anlagenbetrieb und einem verantwortungsvollen Umgang mit Energie.

Zielsetzung

Ziel des Seminars ist ein intensiver Erfahrungstransfer zur Übersicht über Wärmetauschersysteme in Rauchgasen zu erhalten. Nach den Grundlagen der Wärmetechnik und den  Regelwerken (z. B. Druckgeräterichtlinie, ASME Code) werden Konstruktionsformen und Werkstoffe der Wärmetauscher sowie Erfahrungen bei Betrieb, Inspektion und Service dargestellt. 

Teilnehmerkreis

Anlagenbetreiber, Projektleiter, Betriebsingenieure, Betriebsleiter, Maschinenbauer, Verfahrenstechniker, Chemieingenieure und Technische Chemiker sowie Techniker und Meister aus allen Bereichen der Kraftwerkstechnik und Industrie, die sich mit Prozessen beschäftigen, bei denen Wärme übertragen wird.

Programm

02.07.2026
09:00—09:15
Begrüßung und Vorstellung
09:15—10:00
Grundlagen des Wärmeaustausches, Kennwerte und Auslegung
10:00—10:30
Regelwerke
10:30—11:00
Kaffeepause
11:00—12:30
Werkstoffe für Rauchgaswärmetauscher
12:30—13:30
Mittagspause
13:30—15:30
Rauchgaswärmetauscher in Müllverbrennungsanlagen
15:30—16:00
Kaffeepause
16:00—17:00
Rauchgaswärmetauscher in fossilen Kraftwerken
03.07.2026
09:00—10:00
Rauchgaswärmetauscher in fossilen Kraftwerken
10:00—10:30
Kaffeepause
10:30—12:30
Anforderungen an den Betrieb von Wärmetauschern
12:30—13:30
Mittagspause
13:30—14:00
CFD Simulation
14:00—15:00
Zusammenfassung und Diskussion

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Interview mit dem Wärmeübertragerexperten (Seminarleiter) und Buchautor Frank Adamczyk

Abwärme nutzen in der Industrie: Wärmerückgewinnung aus Abgas und Rauchgas einfach erklärt:

Warum Rauchgaswärmetauscher, Abgaswärmetauscher und Wärmenutzungsanlagen für Anlagenbetreiber, Betriebsingenieure und Entscheider immer wichtiger werden.


HDT:
In vielen Industrieanlagen entstehen große Mengen heißer Rauchgase und Abgase. Diese Wärme geht häufig ungenutzt über Schornsteine oder Abgassysteme verloren. Gleichzeitig steigen Energiekosten, CO2-Anforderungen und der Druck, Prozesse effizienter zu betreiben.

Heute sprechen wir darüber, wie Unternehmen Abwärme nutzen, wie Wärmerückgewinnung aus Abgas funktioniert und warum Rauchgaswärmetauscher und Abgaswärmetauscher in der Industrie eine wichtige Rolle spielen.

Unser Thema richtet sich besonders an Anlagenbetreiber, Betriebsingenieure, Projektleiter, Betriebsleiter, Instandhalter, Maschinenbauer, Verfahrenstechniker, Chemieingenieure sowie Energie- und Umweltverantwortliche in Industrie und Kraftwerkstechnik.

Gleichzeitig ist das Video auch für Geschäftsführer, technische Leiter, Werksleiter, Nachhaltigkeitsmanager, ESG-Verantwortliche und Energieberater interessant, die über Anlagen, Investitionen und Energieeffizienzmaßnahmen entscheiden.

Warum ist industrielle Abwärme heute ein so wichtiges Thema?

Frank Adamczyk:
Industrielle Abwärme ist in vielen Betrieben eine ungenutzte Energiequelle. Über Rauchgase, Abgase, heiße Prozessluft oder Abluftströme geht oft wertvolle Wärme verloren. Diese Energie wurde vorher teuer erzeugt, zum Beispiel durch Gas, Öl, Biomasse oder andere Brennstoffe.

Wer diese industrielle Abwärme zurückgewinnt, kann Energie wieder in den Prozess einspeisen, Wasser vorwärmen, Luft erhitzen, Dampf erzeugen oder Gebäude und Anlagen versorgen. Damit wird Energieeffizienz in der Industrie praktisch umsetzbar.

Für Unternehmen bedeutet das: weniger Energieverlust, geringere Betriebskosten und bessere CO2-Bilanz.


HDT:
Der Begriff „Abwärme nutzen“ klingt einfach. Was steckt technisch dahinter?

Frank Adamczyk:
Abwärme nutzen bedeutet, vorhandene Wärme aus einem Prozess nicht ungenutzt an die Umgebung abzugeben, sondern sie technisch zurückzugewinnen. Bei Rauchgasen geschieht das meist über einen Rauchgaswärmetauscher oder eine Wärmenutzungsanlage.

Dabei wird Wärme aus dem heißen Rauchgas auf ein anderes Medium übertragen, zum Beispiel auf Wasser, Thermoöl, Luft oder ein anderes Prozessmedium. Diese zurückgewonnene Energie kann dann an anderer Stelle im Betrieb genutzt werden.

Das Ziel ist immer: vorhandene Energie besser ausnutzen, Primärenergie einsparen und Prozesse wirtschaftlicher betreiben.


HDT:
Was genau macht ein Rauchgaswärmetauscher?

Frank Adamczyk:
Ein Rauchgaswärmetauscher entzieht heißen Rauchgasen Wärme und überträgt diese auf ein anderes Medium. Er wird häufig hinter Kesseln, Feuerungsanlagen, Öfen, Trocknern oder industriellen Verbrennungsprozessen eingesetzt.

Das Rauchgas strömt durch oder an Wärmetauscherflächen vorbei. Auf der anderen Seite befindet sich zum Beispiel Wasser oder Luft. Die Wärme wandert vom heißen Rauchgas zum kälteren Medium. Dadurch sinkt die Abgastemperatur, und die gewonnene Wärme kann weiterverwendet werden.

Ein Rauchgaswärmetauscher ist also ein zentrales Bauteil für die Wärmenutzung aus Rauchgasen.


HDT:
Oft hört man Rauchgaswärmetauscher und Abgaswärmetauscher. Gibt es da einen Unterschied?

Frank Adamczyk:
Die Begriffe werden teilweise ähnlich verwendet, aber es gibt eine fachliche Unterscheidung.

Ein Rauchgaswärmetauscher bezieht sich häufig auf Abgase aus Verbrennungsprozessen, also zum Beispiel aus Kesseln, Öfen, Feuerungsanlagen oder Kraftwerken.

Ein Abgaswärmetauscher Industrie kann breiter verstanden werden. Er wird auch bei industriellen Abgasen eingesetzt, die nicht zwingend aus einer klassischen Verbrennung stammen müssen. Dazu gehören Prozessabgase, Abluftströme oder heiße Medien aus Produktionsprozessen.

In beiden Fällen geht es um dasselbe Grundprinzip: Wärme aus einem Abgasstrom zurückgewinnen und nutzbar machen.


HDT:
Welche Branchen profitieren besonders von Wärmerückgewinnung aus Abgas?

Frank Adamczyk:
Interessant ist das Thema überall dort, wo hohe Abgastemperaturen oder große Abgasvolumenströme entstehen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kraftwerke und Energieanlagen
  • Müllverbrennungsanlagen
  • Biomasseanlagen
  • Chemieindustrie
  • Metallindustrie
  • Zementindustrie
  • Glasindustrie
  • Papierindustrie
  • Lebensmittelindustrie
  • Trocknungsanlagen
  • Kesselanlagen
  • Ofenanlagen
  • Prozessindustrie allgemein

Für Anlagenbetreiber, Betriebsleiter und Betriebsingenieure ist die Frage besonders wichtig: Wo verlassen Energie und Wärme aktuell den Prozess, ohne genutzt zu werden?

Genau dort liegt häufig ein wirtschaftliches Potenzial.


HDT:
Viele Entscheider fragen zuerst nach der Wirtschaftlichkeit. Wie kann man Betriebskosten senken durch Wärmerückgewinnung?

Frank Adamczyk:
Die Rechnung beginnt beim Energieverbrauch. Wenn ein Unternehmen Wärme zurückgewinnt, muss weniger neue Energie erzeugt oder eingekauft werden. Das senkt Brennstoffkosten, Stromkosten oder Kosten für externe Wärmeversorgung.

Betriebskosten senken durch Wärmerückgewinnung funktioniert vor allem dann gut, wenn die zurückgewonnene Wärme kontinuierlich genutzt werden kann. Zum Beispiel für Speisewasservorwärmung, Prozesswärme, Raumheizung, Trocknung oder Warmwasser.

Wichtig ist eine saubere Analyse: Wie viel Wärme steht zur Verfügung? Auf welchem Temperaturniveau? Wann fällt sie an? Und wo kann sie sinnvoll verwendet werden?

Für Geschäftsführer, technische Leiter und Werksleiter ist genau diese Analyse eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Investitionen.


HDT:
Warum ist Energieeffizienz Industrie nicht nur ein Umweltthema, sondern auch ein Wettbewerbsfaktor?

Frank Adamczyk:
Energieeffizienz in der Industrie ist heute ein Kosten-, Klima- und Standortthema. Unternehmen, die weniger Energie pro Produktionseinheit benötigen, sind widerstandsfähiger gegenüber steigenden Energiepreisen.

Gleichzeitig erwarten Kunden, Investoren und Gesetzgeber zunehmend nachvollziehbare Maßnahmen zur CO2-Reduktion. Eine Wärmenutzungsanlage kann hier ein sehr konkreter Baustein sein.

Für ESG-Verantwortliche und Nachhaltigkeitsmanager ist wichtig: Wärmerückgewinnung ist keine abstrakte Maßnahme, sondern technisch messbar. Man kann Energieeinsparung, CO2-Reduktion und wirtschaftlichen Nutzen dokumentieren.


HDT:
Der Begriff CO2 reduzieren Industrie ist stark gefragt. Wie tragen Wärmetauscher dazu bei?

Frank Adamczyk:
Wenn ein Unternehmen weniger Brennstoff einsetzen muss, sinken in vielen Fällen auch die CO2-Emissionen. Durch die Nutzung von Abwärme kann ein Teil der benötigten Wärme aus vorhandenen Prozessen gewonnen werden.

Das bedeutet: weniger zusätzlicher Energieeinsatz, weniger Emissionen und eine bessere Gesamtbilanz der Anlage.

Natürlich hängt die genaue CO2-Einsparung vom Energieträger, vom Prozess und von der Nutzung der zurückgewonnenen Wärme ab. Aber grundsätzlich gilt: Wer Wärmeverluste reduziert, verbessert meistens auch seine Klimabilanz.

Deshalb ist Wärmerückgewinnung aus Abgas ein wichtiges Werkzeug, wenn Unternehmen CO2 reduzieren in der Industrie strategisch angehen wollen.


HDT:
Was sollten Anlagenbetreiber und Projektleiter prüfen, bevor sie in eine Wärmenutzungsanlage investieren?

Frank Adamczyk:
Vor einer Investition sollten mehrere Punkte geklärt werden:

Erstens: Welche Abgas- oder Rauchgasströme sind vorhanden?
Zweitens: Wie hoch sind Temperatur, Volumenstrom und Betriebsstunden?
Drittens: Welche Inhaltsstoffe enthält das Rauchgas?
Viertens: Gibt es Staub, Säuren, Feuchtigkeit oder korrosive Bestandteile?
Fünftens: Wo kann die gewonnene Wärme sinnvoll eingesetzt werden?

Gerade für Projektleiter, Verfahrenstechniker und Maschinenbauer ist die Prozessintegration entscheidend. Ein Wärmetauscher bringt nur dann den gewünschten Nutzen, wenn Wärmequelle und Wärmesenke technisch und wirtschaftlich zusammenpassen.


HDT:
Der Begriff Korrosion Wärmetauscher taucht in diesem Zusammenhang häufig auf. Warum?

Frank Adamczyk:
Korrosion ist bei Wärmetauschern ein zentrales Risiko, besonders bei Rauchgasen. Rauchgase können Feuchtigkeit, Schwefelverbindungen, Chloride, Säuren oder andere aggressive Bestandteile enthalten.

Wenn die Temperatur an bestimmten Stellen unter kritische Taupunkte fällt, können saure Kondensate entstehen. Diese greifen Materialien an und können zu Schäden, Leckagen oder Ausfällen führen.

Deshalb ist das Thema Korrosion Wärmetauscher für Instandhalter, Betriebsingenieure und Anlagenbetreiber besonders wichtig. Es geht nicht nur um Anschaffungskosten, sondern auch um Betriebssicherheit, Lebensdauer, Wartungsaufwand und Anlagenverfügbarkeit.

Die richtige Werkstoffauswahl, Temperaturführung, Reinigung und Überwachung sind entscheidend.


HDT:
Was müssen Instandhalter bei Rauchgaswärmetauschern beachten?

Frank Adamczyk:
Instandhaltung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Wärmetauscher können durch Staub, Ruß, Ablagerungen oder chemische Bestandteile im Rauchgas verschmutzen. Das reduziert die Wärmeübertragung und erhöht den Druckverlust.

Für Instandhalter bedeutet das: regelmäßige Inspektion, Reinigung und Zustandsbewertung. Auch Korrosionsspuren, Materialveränderungen oder Undichtigkeiten müssen frühzeitig erkannt werden.

Ein gut geplanter Wartungsprozess sorgt dafür, dass der Wärmetauscher dauerhaft effizient arbeitet und nicht zum Störfaktor im Betrieb wird.


HDT:
Was sind typische Fehler bei der Planung von Wärmerückgewinnung aus Abgas?

Frank Adamczyk:
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die theoretisch verfügbare Wärmemenge zu schauen. Entscheidend ist aber, ob diese Wärme auch praktisch nutzbar ist.

Ein weiterer Fehler ist eine zu geringe Beachtung der Rauchgaszusammensetzung. Staub, Feuchtigkeit, Säuren und korrosive Bestandteile beeinflussen die Auslegung stark.

Auch die Wärmesenke wird manchmal unterschätzt. Wenn die gewonnene Wärme nicht regelmäßig genutzt werden kann, verschlechtert sich die Wirtschaftlichkeit.

Außerdem sollte man Reinigbarkeit, Wartung, Zugänglichkeit und Betriebssicherheit früh in der Planung berücksichtigen.


HDT:
Viele Zuschauer entscheiden über Anlagen oder Investitionen. Was gehört in eine gute Entscheidungsgrundlage?

Frank Adamczyk:
Eine gute Entscheidungsgrundlage sollte technische, wirtschaftliche und ökologische Punkte verbinden.

Dazu gehören:

  • Analyse der vorhandenen Rauchgas- oder Abgasströme
  • nutzbares Temperaturniveau
  • mögliche Wärmesenken im Betrieb
  • Investitionskosten
  • Betriebskosten
  • Wartungsaufwand
  • erwartete Energieeinsparung
  • mögliche CO2-Reduktion
  • Amortisationszeit
  • Risiken durch Korrosion, Verschmutzung oder Stillstände
  • Auswirkungen auf Anlagenverfügbarkeit und Prozesssicherheit

Genau in diesen Punkten sensibilisiert das Seminar die Teilnehmenden, indem eine Vielzahl von Fallbeispielen vorgestellt werden, einschließlich ihrer Betriebserfahrungen.

Für Geschäftsführer, technische Leiter, Werksleiter, Nachhaltigkeitsmanager und ESG-Verantwortliche ist genau das wichtig: Es reicht nicht, nur eine technische Lösung zu betrachten. Die Anlage muss zum Betrieb, zum Energiebedarf und zur langfristigen Strategie passen.


HDT:
Gibt es typische Situationen, in denen sich Wärmenutzung aus Rauchgasen besonders lohnt?

Frank Adamczyk:
Ja. Besonders interessant ist die Wärmenutzung aus Rauchgasen, wenn hohe Temperaturen, lange Betriebszeiten und ein kontinuierlicher Wärmebedarf vorhanden sind.

Wenn eine Anlage viele Stunden im Jahr läuft und gleichzeitig an anderer Stelle Wärme gebraucht wird, entsteht ein gutes Potenzial für Wärmerückgewinnung.

Lohnend kann es zum Beispiel sein, wenn Speisewasser, Prozesswasser, Frischluft oder andere Medien vorgewärmt werden können. Auch bei steigenden Energiepreisen oder strengeren CO2-Zielen wird die Wirtschaftlichkeit oft attraktiver.

Die konkrete Lösung ist immer individuell. Deshalb ist es wichtig eine kompetente Fachfirma oder einen kompetenten Berater an der Seite zu haben.


HDT:
Wer sollte intern an einem Projekt zur Wärmerückgewinnung beteiligt werden?

Frank Adamczyk:
Sinnvoll ist ein interdisziplinäres Team. Dazu gehören Anlagenbetrieb, Instandhaltung, Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Energie- und Umweltmanagement sowie Einkauf und Controlling.

Bei größeren Projekten sollten auch Geschäftsführung, Werkleitung, technische Leitung und ESG-Verantwortliche eingebunden werden.

Der Grund ist einfach: Wärmerückgewinnung betrifft Technik, Wirtschaftlichkeit, Betriebssicherheit und Nachhaltigkeit zugleich. Je früher diese Perspektiven zusammenkommen, desto besser wird die Entscheidung.


HDT:
Was sollten Anlagenbetreiber aus diesem Thema mitnehmen?

Frank Adamczyk:
Die wichtigste Botschaft lautet: In Rauchgasen und Abgasen steckt oft wertvolle Energie. Wer diese Energie ungenutzt verliert, verschenkt Potenzial.

Mit einem passenden Rauchgaswärmetauscher oder Abgaswärmetauscher kann industrielle Abwärme genutzt werden, um Energieeffizienz zu verbessern, Betriebskosten zu senken und CO2-Emissionen zu reduzieren.

Aber: Die technische Auslegung muss sauber erfolgen. Korrosion, Verschmutzung, Materialwahl, Wartung und Prozessintegration müssen früh berücksichtigt werden.

HDT:
Vielen Dank, Herr Adamczyk, für diese Einblicke in ein Thema, das für viele Industrieunternehmen wirtschaftlich und technisch immer wichtiger wird.

Wir haben gesehen: In Rauchgasen und Abgasen steckt oft wertvolle Energie. Mit passenden Wärmetauschern und Wärmenutzungsanlagen kann industrielle Abwärme genutzt werden, um Energieeffizienz in der Industrie zu steigern, Betriebskosten zu senken und CO2-Emissionen zu reduzieren.

Gleichzeitig wurde deutlich: Eine erfolgreiche Wärmerückgewinnung aus Abgasen braucht Fachwissen. Themen wie Auslegung, Regelwerke, Korrosion, Werkstoffwahl, Betriebscharakteristik, Service und Wartung entscheiden darüber, ob eine Anlage langfristig wirtschaftlich, sicher und zuverlässig arbeitet.

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet beim Haus der Technik das passende Seminar:
„Wärmetauscher und Wärmenutzungsanlagen zur Wärmeauskopplung aus Rauchgasen“

Das Seminar richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die Anlagen betreiben, planen, warten, optimieren oder Investitionsentscheidungen vorbereiten. Es bietet eine fundierte Grundlage für alle, die Wärmenutzung aus Rauchgasen besser verstehen, technische Risiken vermeiden und das Potenzial industrieller Abwärme gezielt erschließen möchten.

Wenn Sie also in Ihrem Unternehmen Abwärme nutzen, Energieeffizienz verbessern oder Betriebskosten durch Wärmerückgewinnung senken möchten, lohnt sich der fachliche Einstieg in dieses Thema.

Das Haus der Technik vermittelt hier praxisnahes Wissen für technische Entscheider, Anlagenverantwortliche und alle, die industrielle Wärmerückgewinnung fundiert bewerten und erfolgreich umsetzen wollen.

Preise

Präsenz-Teilnahme
1.290,00 €*
HDT-Mitglieder
1.190,00 €*

mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme

Termine

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Lübeck
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