Automotive
- Michael Graef
Die erste Langstreckenfahrt von Bertha Benz muss als eine der bedeutendsten Pioniertaten in der Geschichte des Automobils gewertet werden.

Sie erhalten wertvolle Anregungen zur zukünftigen Arbeit in der automobilen Aerodynamik und in angrenzenden Fachgebieten, zum optimalen Einsatz der relevanten Entwicklungs- und Forschungswerkzeuge, sowie einen Überblick zur Aerodynamik von aktuellen Serienfahrzeugen. Ein besonderes Highlight der Tagung wird eine Führung im neuen Aeroakustik-Zentrum der BMW Group sein.
Geplante Inhalte sind:
Auch wenn der Schwerpunkt im Automobilbereich liegt, wird die Veranstaltung für alle verwandten Bereiche wertvolle neue Kenntnisse vermitteln.
Prof. Dr. Thomas Indinger (TU München) und Prof. Dr. Thomas Schütz (BMW AG) sind für die fachliche Gestaltung der Tagung verantwortlich.
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Zum Thema
Das Thema Aerodynamik hat in den letzten Jahren nichts an seiner Faszination verloren. Fahrzeughersteller werben weiterhin damit, dass Ihre Elektrofahrzeuge beste "cw Werte" aufweisen. So hat der neue Mercedes EQS einen cw-Wert von 0,20, das ist Spitzenklasse. Ist die Energie knapp wie bei einem Elektroauto, spielt die Aerodynamik eine noch größere Rolle. Im Rennsport ist Aerodynamik greifbar, aber auch beim Schwerlastverkehr ist der wirtschaftliche Nutzen einer guten Aerodynamik immens.
Zielsetzung
Impulse und Erfahrungsaustausch für aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der Fahrzeugaerodynamik.
Mitarbeitende aus Design und Entwicklung, sowohl in der geometrischen und funktionalen Gestaltung, als auch aus dem Gesamtfahrzeug-, Fahrwerks-, Antriebstrag- und Thermomanagementbereich kommen hier zusammen, genauso wie Projektingenieure in der Baureihenentwicklung.
Teilnehmerkreis
Kollegen und Kolleginnen, die in den Bereichen
arbeiten.
Wenn Sie sich einen Überblick über den Entwicklungsstand verschaffen wollen oder neu in das Gebiet einsteigen möchten, sind Sie hier genau richtig.
Aktive Aerodynamik im Rahmen des Concept AMG GT XX Technologieprogramms: Plasmaaktuator
Philipp Dörr
Mercedes Benz AG
From Fiction to Function: Teaching Aerodynamic Thinking in Transportation Design Education
Dr.-Ing. Gustavo Estrada
Fakultät für Gestaltung - Transportation Design - Hochschule Pforzheim
Aerodynamik des neuen Porsche Cayenne electric
Henrik Heidorn
Porsche AG
Einfluss realistischer Strömungsbedingungen auf das Windgeräusch im Fahrzeug
Dr.-Ing. Domenic Staron
IfS / FKFS
ISO 17025 im Windkanal: Aufwand und Nutzen für WLTP
Dr.-Ing. Felix Wittmeier
IfS / FKFS
The Aerodynamics Development of the Hyundai Ioniq 6 N – Optimizing for High-Performance
Michael Schönauer
Hyundai Motor Europe Technical Center GmbH
Numerische Modellierung des Wassertransports durch enge Spalten mittels gitterfreier CFD-Simulation
Evelyn Sabella Rugerri
TU München
Aero-Engineering auf Rekordniveau: Das Concept AMG GT XX
Dr.-Ing. Alexander Wäschle
Mercedes Benz AG
Aktive Aerodynamik im Rahmen des Concept AMG GT XX Technologieprogramms: Aktives Aerorad
Dr.-Ing. Gustavo Estrada
Mercedes-AMG GmbH
Messung der Volumenstromverteilung über einem Fahrzeugkühler am Beispiel eines Tata Punch
Andreas Schmitt
Tata Motors
Investigation of the Ventilation of Indoor Spaces
Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Christoph Irrenfried
Technische Universität Graz
Ihre Ansprechpartnerin:
Dipl.-Kffr. Katharina Röder
E-Mail: k.roeder@hdt.de
Telefon: +49 201 1803-234
Für organisatorische Fragen:
Mona vom Dahl
E-Mail: m.vomdahl@hdt.de
Telefon +49 201 1803-233
Wir sehen heute eine viel stärkere Systembetrachtung: Aerodynamik, Thermomanagement, Akustik, Fahrdynamik und Elektrifizierung werden gemeinsam optimiert, statt isoliert betrachtet. Der Druck durch Effizienz, CO2-Regulierung und Reichweite bei Elektrofahrzeugen hat den Stellenwert der Aerodynamik deutlich erhöht.
Bei E-Fahrzeugen zählen vor allem Reichweite und Ladeeffizienz, sodass Luftwiderstand direkt „in Kilometern“ messbar wird. Gleichzeitig verlangt die Batterie- und Leistungselektronikkühlung komplexe Strömungsführungen, die elegant in das Design integriert werden müssen.
Das Zentrum erlaubt uns, Aerodynamik und Aeroakustik unter hochrealistischen Bedingungen gleichzeitig zu untersuchen. So können wir früh im Entwicklungsprozess Optimierungen vornehmen, die Effizienz, Komfort und Kundenerlebnis messbar verbessern.
Simulationen liefern enorme Freiheitsgrade in der Konzeptphase, während der Windkanal für Validierung und Feintuning unverzichtbar bleibt. Die Zukunft gehört integrierten Entwicklungsprozessen, in denen Daten nahtlos zwischen CFD, Fahrversuch und Windkanal fließen.
Reale Fahrbedingungen sind geprägt von Seitenwind, Turbulenzen und Verkehrseinflüssen – also instationären Effekten. Wir betrachten heute vor allem die zeitliche Stabilität von Auftrieb und Seitenkraft, um Sicherheit, Komfort und Spurtreue zu erhöhen.
Machine Learning hilft uns, große Simulations- und Messdatensätze zu strukturieren, Trends zu erkennen und Designräume effizient zu durchsuchen. Erste Ansätze, surrogate Modelle für schnelle Konzeptbewertungen einzusetzen, sind bereits heute in der Praxis angekommen.
Strömungsgeräusche werden im Innenraum viel deutlicher wahrnehmbar und damit zum zentralen Komfortthema. Wir optimieren daher Karosserie, Spiegel, Anbauteile und Unterboden gezielt auf ein ruhiges und zugleich „wertiges“ Klangbild.
Aktive Kühlluftführungen, variable Klappen und integrierte Luftkanäle sind heute Standard. Ziel ist, nur dann und dort Luft zuzuführen, wo sie wirklich gebraucht wird – das spart Energie und erlaubt sehr effiziente Front- und Unterbodenkonzepte.
Aus dem Rennsport kommen vor allem Erkenntnisse zur instationären Strömung, zur Strömungsführung in Grenzbereichen und zur aktiven Aerodynamik. Die Kunst besteht darin, diese Technologien robust, kosteneffizient und alltagstauglich für Serienfahrzeuge zu adaptieren.
Aktive Klappen, Spoiler und Fahrwerkshöhenverstellungen sind technisch etabliert und zuverlässig. Das künftige Potenzial liegt in der intelligenten Vernetzung mit Navigationsdaten, Wetter und Verkehr, um Aerodynamik vorausschauend zu regeln.
Ja, gezielte Strömungsführung beeinflusst, wo Wasser, Schlamm und Spray anhaften oder abfließen. Das ist nicht nur ein Komfortthema, sondern entscheidend für die Funktionssicherheit von Kameras, Radar und Lichtsystemen.
Grundprinzipien wie Widerstandsreduktion, Seitenwindstabilität und Geräuschminderung gelten über alle Verkehrsträger hinweg. Der gegenseitige Wissenstransfer – etwa zwischen Hochgeschwindigkeitszügen, UAVs und Nutzfahrzeugen – wird in Zukunft noch wichtiger werden.
Leichtbauwerkstoffe und funktionalisierte Oberflächen eröffnen neue Freiheiten in Formgebung und Feinstruktur. Mikrostrukturen, Beschichtungen und Präzisionskanten helfen, Grenzschichten zu kontrollieren und lokale Strömungen gezielt zu beeinflussen.
Der cw-Wert bleibt ein wichtiger Basisindikator, reicht allein aber nicht mehr aus. Für Reichweite, Energiebedarf und Komfort betrachten wir heute integrale Größen über reale Fahrzyklen sowie zusätzliche Kennwerte für Seitenwind- und Auftriebscharakteristik.
Wir brauchen Menschen, die Strömungsphysik verstehen und gleichzeitig souverän mit Simulation, Datenanalyse und Versuchstechnik umgehen. Offenheit für interdisziplinäre Zusammenarbeit – etwa mit Software, Materialentwicklung und Design – ist dabei mindestens so wichtig wie klassische Aerodynamikkompetenz.
mehrwertsteuerfrei, einschließlich veranstaltungsgebundener digitaler Arbeitsunterlagen sowie Catering und Getränken bei Präsenz-Teilnahme